Die große KI-Müdigkeit

Shownotes

Was du in dieser Folge lernst:

Der Moment der Überforderung: Warum 20 offene Tabs, unzählige halbfertige Projekte und ungelesene Newsletter uns nicht produktiver machen, sondern blockieren.

Was die Zahlen zeigen (Studie 2026): Eine Umfrage von Adeptavist unter 2.500 Wissensarbeitern (davon 500 in Deutschland) ergab, dass sich fast drei Viertel der deutschen Befragten die Arbeitswelt vor generativer KI zurückwünschen. Der Grund: 39 % der Befragten investieren mehr Zeit in die Überprüfung von KI-Ergebnissen, als sie dadurch einsparen.

Die 3 Arten der KI-Müdigkeit:

  • Tool-Müdigkeit: Der ständige Wechsel zwischen Anwendungen raubt uns bis zu vier Stunden im Monat.

  • Hype-Müdigkeit: Das ständige Abwarten auf neue Modelle führt zu einer gelernten Schutzreaktion – wir können nicht mehr jeden KI-Trend für bare Münze nehmen.

  • Sinn-Müdigkeit: Das bedrückende Gefühl, dass die eigene, durch Erfahrung geprägte Arbeit plötzlich durch einen simplen Prompt ersetzt wird.

Die Strategie dagegen

  • "Tiefe statt Breite": Warum es wichtig ist, sich auf einen einzigen Workflow zu konzentrieren, konzentriertes Denken zu verteidigen und sich vor jedem neuen Tool zu fragen: Welches konkrete Problem löse ich damit im Jetzt?

Fokus auf den Menschen: Warum ich künftig wieder mehr echte menschliche Verbindung suche, Unternehmerinnen bei ihren Business-Starts unterstütze und nur noch dann poste, wenn ich wirklich etwas zu sagen habe.

Zitat / Impuls der Folge:

"Die Frage ist nicht, ob du mit KI arbeitest. Die Frage ist, ob du dabei noch selbst denkst."

Deine Aufgabe für diese Woche:

Schreib drei Tools auf, die du in den letzten Monaten ausprobiert hast. Welche nutzt du wirklich noch? Und warum eigentlich?

Links & Ressourcen:

Erwähnte Erhebung: Studie des Beratungsunternehmens Adeptavist (2026) zum Einsatz von KI

Buchtipp / Konzept: Cal Newport über Tools, die Aufgaben übernehmen vs. Tools, die neue Aufgaben erzeugen

Kapitel:

  1. Ein Gefühl, das viele kennen, aber wenige benennen
  2. Was die Zahlen zeigen — aktuelle Studienlage 2026
  3. Drei Arten von KI-Müdigkeit: Tool-, Hype- und Sinnmüdigkeit
  4. Was KI-Müdigkeit nicht bedeutet
  5. Eine ehrliche Zwischenbilanz
  6. Drei Dinge, die tatsächlich helfen

"Die Frage ist nicht, ob du mit KI arbeitest. Die Frage ist, ob du dabei noch selbst denkst."

Schreib drei Tools auf, die du in den letzten Monaten ausprobiert hast. Welche nutzt du noch? Und warum eigentlich?

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Transkript anzeigen

00:00:01:

00:00:06: Die große KI-Müdigkeit.

00:00:08: Bevor wir anfangen, diese Folge hörst du nicht mit meiner Stimme sie wird von einer digitalen Stimme gesprochen.

00:00:15: ich möchte mit einem Moment beginnen den ich vor ein paar Wochen hatte.

00:00:19: Ich saß an meinem Schreibtisch.

00:00:22: Es war ein normaler Dienstagmorgen.

00:00:24: Kaffee stand da Kalender war offen Und ich hatte ungefähr zwanzig Tabs offen.

00:00:30: ChatGPT, Claude ein Notion-Dokument, einen Figma-File drei Newsletter die ich noch lesen wollte eine Slack Nachricht die schon zwei Tage wartete und irgendwo dazwischen ein YouTube Video über ein neues Tool das angeblich alles verändert.

00:00:47: Ich saß da... ...und ich habe nichts gemacht.

00:00:50: nicht weil ich keine Arbeit hatte nicht weil mich müde war sondern weil ich in diesem Moment einfach nicht wusste wo ich anfangen soll.

00:00:58: Alles wirkte gleichzeitig wichtig und gleichzeitig irgendwie sinnlos, das ist ein Gefühl dass sich lange für mich behalten habe weil es sich seltsam anfühlt als jemand der täglich über KI spricht und schreibt und arbeitet zuzugeben.

00:01:13: Ich bin manchmal einfach erschöpft davon aber ich glaube das geht gerade sehr vielen Menschen so und deshalb spreche ich heute darüber.

00:01:22: Wenn ich mit Menschen rede, höre ich seit einigen Monaten immer öfter den selben Satz.

00:01:27: Der Satz lautet nicht – KI ist gefährlich.

00:01:31: Der Satz lautet auch nicht – Ich will das alles nicht!

00:01:34: Der Satze lautet «Ich weiß gar nicht mehr wo ich anfangen soll».

00:01:37: Das ist ein wichtiger Unterschied.

00:01:39: Die Menschen die das sagen sind keine KI-Gegner.

00:01:43: Sie sind meistens neugierig engagiert technologieoffen aber überfordert Nicht von KI an sich sondern von der Geschwindigkeit, der Menge dem Gefühl das egal was man tut, man schon wieder hinten dran ist.

00:01:58: Das hat einen Namen keine Müdigkeit und sie ist längst kein Randphänomen mehr!

00:02:05: Ich habe recherchiert was die Zahlen sagen.

00:02:08: Das Beratungsunternehmen Adeptavist hat zweitausendfünfhundert Wissensarbeiter befragt, Menschen die täglich am Rechner arbeiten aus verschiedenen Branchen und Ländern.

00:02:18: Fünfhundert davon kamen aus Deutschland – das Ergebnis war eindeutig!

00:02:23: Fast drei Viertel der Deutschen befragten wünschen sich die Arbeitswelt vor generativer KI zurück nicht weil sie Technologie ablehnen sondern weil die Versprechen nicht eingelöst wurden mehr Aufwand erzeugt hat, als sie abgenommen hat.

00:02:41: Neununddreißig Prozent investieren mehr Zeit in die Überprüfung von KI-Ergebnissen, als Sie durch den Einsatz einsparen.

00:02:48: Man arbeitet also genauso lang wie vorher nur mit einem zusätzlichen Kontrollschritt.

00:02:53: Zweiundvierzig Prozent sagen minderwertige KI Ergebnisse verlangsamen ihre Projekte aktiv Und forty-fünf Prozent empfinden ihre Arbeit dadurch als weniger sinnvoll, als repetitiver und mechanischer.

00:03:07: Das ist das Gegenteil von dem, was versprochen wurde.

00:03:11: Dazu kommen Erkenntnisse aus amerikanischen Studien.

00:03:14: Intensiver Einsatz von AI führt zu deutlich höherer Entscheidungsmüdigkeit und mehr schwerwiegenden Fehlern.

00:03:21: Manche Forschende sprechen inzwischen von AI Brain Fry einer mentalen Erschöpfung durch die ständige kognitive Belastung, die entsteht wenn man täglich zwischen Tools wechselt, Output bewertet die die Maschine noch nicht alleine treffen kann.

00:03:40: Ich glaube KI-Müdigkeit ist nicht eine Sache, es sind mindestens drei!

00:03:45: Zu viele Anwendungen zu wenig Zeit irgendeiner davon wirklich treu zu bleiben... ich kenne das aus meinem Alltag, ich richte ein Tool ein lerne es kennen fange an mich damit wohlzufühlen und dann erscheint ein Artikel über ein anderes Tool dass dasselbe besser kann.

00:04:04: also schaue ich es mir an.

00:04:05: Vielleicht probiere ich beide parallel.

00:04:08: Am Ende habe ich einen Toolstack, der mehr Aufmerksamkeit braucht als die eigentliche Arbeit.

00:04:14: Die Zahlen dazu sind nüchtern.

00:04:16: Berufstätige wechseln heute im Schnitt bis zu hundertmal täglich zwischen Anwendungen.

00:04:22: Einenfünfzig Minuten pro Woche gehen allein durch dieses hin und her verloren.

00:04:27: Das sind fast vier Stunden im Monat nur durch Wechseln.

00:04:31: Das ist keine Produktivität, das ist Verwaltung von Produktivitätsversprechen.

00:04:37: Die zweite ist Hype-Müdigkeit.

00:04:39: Jeden Monat ein Modell, dass angeblich alles verändert, jeden Monat eine Ankündigung die du nicht verpassen darfst.

00:04:46: Irgendwann hört man auf das fürbare Münze zu nehmen – nicht weil man zynisch geworden ist sondern weil man gelernt hat, dass die nächste Ankündigungen kommt bevor die jetzige auch nur annähernd bewertet werden konnte.

00:04:59: Meine erste Reaktion auf AI News ist heute eine andere als noch vor zwei Jahren.

00:05:05: Früher Aufregung, Heute Abwarten – das ist keine Gleichgültigkeit!

00:05:10: Das ist eine gelernte Schutzreaktion.

00:05:12: Die dritte Form ist die tiefste und sie wird am seltensten besprochen Sinnmüdigkeit.

00:05:18: Das Gefühl dass die eigene Arbeit durch AI nicht nur schneller wird sondern kleiner.

00:05:29: Heute durch einen Prompt ersetzt werden können.

00:05:32: Das ist kein irrationales Gefühl, es ist eine echte Verschiebung die gerade in vielen kreativen und wissensbasierten Berufen stattfindet.

00:05:42: Langsam genug das viele nicht merken wann sie begonnen hat.

00:05:46: Und irgendwann nach einem langen Arbeitstag bleibt eine Frage was habe ich heute eigentlich selbst gedacht?

00:05:52: KI-Müdigkeit bedeutet nicht dass KI falsch ist!

00:05:56: Das ist mir wichtig zu sagen.

00:05:58: Es bedeutet, dass die Art wie AI gerade eingeführt wird häufig nicht funktioniert.

00:06:05: Nicht weil die Technologie schlecht ist sondern weil Tools ohne Strategie eingeführt werden – ohne die Frage welches Problem sie eigentlich lösen sollen.

00:06:15: Tools werden ausprobiert, weil es alle tun!

00:06:18: Weil ein Artikel dazu erschienen ist.

00:06:21: Nicht, weil jemand ein konkretes Problem hatte für das dieses Tool die richtige Antwort wäre.

00:06:28: Autor und Informatikprofessor hat das in eine Unterscheidung gefasst, die ich seitdem nicht mehr los werde.

00:06:35: Es gibt Tools, die eine Aufgabe übernehmen Und es gibt tools, die neue Aufgaben erzeugen Erstere entlasten Letztere belasten.

00:06:44: Man merkt den Unterschied oft erst wenn man schon mittendrin steckt.

00:06:48: Ich habe irgendwann aufgehört jedes neue Tool auszuprobieren.

00:06:52: Das klingt simpel Aber es war eine Entscheidung, die ich bewusst treffen musste.

00:06:56: Weil der Sog des neuen stark ist, weil da dieses Gefühl ist was wenn das wirklich wichtig ist?

00:07:02: Was wenn alle anderen das schon nutzen?

00:07:05: Heute stelle ich mir vor jedem neuen Tool einer einzige Frage Welches konkrete Problem löse Ich damit?

00:07:11: nicht theoretisch nicht irgendwann sondern jetzt diese Woche in meinem Alltag?

00:07:17: Wenn ich auf diese Frage keine klare Antwort habe, ist das Tool gerade nicht relevant.

00:07:22: Oft lautet die Antwort schlicht gar keines und dann bleibt das Tool zu.

00:07:27: Was mir tatsächlich geholfen hat, ist tiefe statt breite einen einzigen Workflow wirklich verstehen und durchdenken statt zehn oberflächlich anzutasten.

00:07:38: Ein Tool wirklich kennenlernen, bevor das nächste in Frage kommt.

00:07:42: Und Zeiten zu verteidigen, in denen kein Tool läuft – nicht als Protest sondern weil konzentriertes Denken inzwischen ein echtes knappes Gut ist!

00:07:52: Die Arbeit die wirklich menschlich bleiben muss braucht Raum und Stille.

00:07:57: Die bekommt man nicht wenn gleichzeitig fünf Tabs mit Tools offen sind.

00:08:02: KI-Müdigkeit ist kein persönliches Versagen.

00:08:05: sie ist ein Signal.

00:08:06: Ein Signal, dass der Hypezyklus gerade schneller dreht als der Lernzykluß.

00:08:10: Das Tools schneller erscheinen, als es möglich ist sie sinnvoll zu integrieren Und es ist völlig vernünftig, nicht jeden Zug mitzunehmen.

00:08:19: Die Frage ist nicht ob du mit KI arbeitest, die meisten tun es, die Frage ist ob du dabei noch weißt warum?

00:08:25: Ob du noch merkst welche Entscheidungen du selbst triffst und welche Du längst abgegeben hast ohne es bewusst zu gewählt zu haben.

00:08:34: Das is' die Frage die mich beschäftigt und die ich in den nächsten Episoden weiter mitbringen werde.

00:08:41: Ich habe

00:08:42: dem Beginn dieser Episode aufgenommen, weil ich auch müde bin.

00:08:47: Ich habe

00:08:48: auch diese KI-Müdigkeit und dadurch dass sich diese Gedanken und Texte an eine Maschine übergeben konnte hat es mir diesen ersten Schritt abgenommen und ich glaube dieser Podcast ist meine Antwort darauf wie ich mich gerade fühle!

00:09:12: Podcasts zu machen.

00:09:13: Mir fehlt schlichtweg die Zeit, ich möchte sehr viel sagen und die Energie geht aus nach dem Skripten.

00:09:22: Und das ist meine Strategie weiterzumachen ohne auszubrennen auch wenn es mit Hilfe von Technik ist!

00:09:30: Ich hoffe es hat euch trotzdem gefallen denn ich bin es leid täglich Updates über das neueste Modell zu konsumieren die noch nie ein Business geführt haben und mir unzählige Tuos zu empfehlen, die sie vielleicht eine Stunde kennen.

00:09:49: Ich bin es leid Strategien zu lesen, die im echten Business keinen einzigen Tag standhalten.

00:09:55: Nicht falsch verstehen ich liebe Kai wirklich!

00:09:58: Sie verleiht mich superkräftig kann Ideen durchdenken Prototypen machen visualisieren Dinge produzieren für dich früher Wochen oder ein ganzes Team gebraucht hätte.

00:10:10: Dann gibt es diesen Moment, da schaue ich auf meinen Rechner

00:10:14: und zählige halbfertige Projekte.

00:10:17: Halbt tot, halblebendig.

00:10:19: Tu es dich eingerichtet oder gebaut, die ich nie wieder geöffnet habe.

00:10:23: Mirosletter, die sich aufstauen wie ungelesene Briefe und dieses Gefühl das ich inzwischen fast täglich kenne hinten dran zu sein Obwohl ich acht Stunden

00:10:35: oder mehr gearbeitet

00:10:37: habe.

00:10:37: Und dass ist nicht Produktivität.

00:10:39: Ich

00:10:40: hatte viel im besten Fall Beschäftigung.

00:10:43: Und ich habe mir vorgenommen, wieder mehr am Menschen dran zu sein und deswegen unterstütze ich auch Unternehmerinnen bei ihren Business-Stars.

00:10:54: Es ist mir an Anliegen den Mensch zu zeigen und diesen Menschen technisch zu unterstützen und die beste Version dieses Menschen zu zeigen.

00:11:06: Diese Folge ist glaube ich ein Versuch das zu durchbrechen.

00:11:10: Ich möchte nicht alles konzentrieren, nicht jeden Hype mitmachen.

00:11:13: Ich möchte dafür wieder tiefer denken, ehrlicher sein und dann reden wenn ich wirklich etwas zu sagen habe und nicht wann der Algorithmus mir das diktiert.

00:11:26: Und

00:11:27: ja vielleicht wird dieser

00:11:28: Podcast nicht jeden Monat vierzig Episoden haben oder vielleicht auch nur eine?

00:11:34: Er wird nicht gleich täglich erscheinen.

00:11:39: Er wird vielleicht nicht immer entsprechen, aber er wird echt sein.

00:11:44: Das reicht mir!

00:11:45: Ich freue mich dass du heute bis ans Ende zugehört hast und wir sehen uns in der nächsten Folge.

00:11:55: alles Liebe.

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